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Ironman Kanada, es hatte nicht sein wollen.....!

Die Vorzeichen standen gut: nach zahlreichen Platzierungen und Siegen in den letzten Vorbereitungswettkämpfen stand Peter Wahl am 29.August beim Ironman Kanada am Start. Doch eine Langdistanz hat andere Gesetze und so kam auch alles ganz anders.


Die Anreise eine Woche zuvor über Linz, Frankfurt, Vancouver und eine Zeitverschiebung von 9 Stunden war nach einigen Tagen verdaut. Nach drei Tagen in Vancouver ging es mit dem Auto nach Pentincton an den Okanagen lake. Ein See mit 100 Km Länge und glasklarem Wasser.

Dachte ich bisher der IM Austria sei sehr gut organisiert, so erlebte ich hier eine gewaltige Steigerung was Organisation und Disziplin der Athleten anging. Über 3000 Starter, bei der Anmeldung eine riesen Schlange von Athleten und trotzdem lief alles reibungslos, keine Ungeduld oder Nervosität bei den Athleten und Organisatoren, jeder unterhielt sich mit jedem und so verging die Zeit im nu und ich hatte meine Startunterlagen in der Hand. Die ganze Stadt war voll von Athleten und man spürte an jeder Ecke, in jedem Lokal, die Stadt lebt den Ironman. Schilder wie: Welcome Triathletes and supporter, good luck oder no shirt, no shoes, no problem standen an jeder Ecke oder Restaurant.

Der check in verlief ebenfalls ohne längere Wartezeiten, ein Supporter kommt zu dir zeigt dir wo dein Rad hingehört wo die Kleidersäcke hingehören, wo der Schwimmstart und Schwimmausstieg ist usw. Alles geht schnell und reibungslos.
Auch am Sonntag vor dem Start, ganz lockere Atmosphäre die Startnummer wird an Oberarmen und Schienbeinen aufgemalt, am rechten Wadl kommt dein Alter, da kann man gleich erkennen wer in welcher Altersklasse ist. Die Temperatur war angenehm und wenn es so wird wie in den vergangen Tagen kann nichts mehr schiefgehen.
Nach dem Einschwimmen standen dann 3000 Athleten hinter der Startleine und einen gewisse Anspannung war zu spüren die sich erst mit dem Startschuss löste. Jetzt gab es kein Zurück 3,8 KM in einer Runde mit 3000 anderen Athleten. Nach 1 Std. 5 Min kam ich zurück in die Wechselzone. Schnell gewechselt und aufs Rad.
Jetzt kam der schwierigste Teil. Eine Runde von 180 KM fast bis zur Grenze der USA und über den Richterpass durch ein Indianerreservat über den nächsten Pass, dem yellow lake, zurück nach Pentincton. Die ersten 80 Km bis zum Richterpass sind eher flach bis wellig, ein knackiger Anstieg das wars auch schon, ich lag gut in der Zeit. Es war noch immer warm, leicht windig und die drei Rampen mit ca. 2-3km Länge und ca.10% waren auch rasch überwunden. Das Interessante an diesen Pässen war, das es keine Serpentinen wie bei uns gibt, alles schnurgerade, man sieht was die nächsten 10-15 Km daherkommt. Nach dem Richterpass wurde das Wetter langsam unfreundlich, zuerst starker Gegenwind der immer kälter wurde und am Horizont waren dunkle Wolken zu erkennen. Nach ca. 130 Km lag ich noch deutlich unter 4 Std. spürte ich plötzlich jede Unebenheit über die hintere Felge. Nachdem ich noch nie in einem Bewerb eine Panne hatte wollte ich es nicht wahrhaben, blieb stehen und tatsächlich fast keine Luft mehr im Reifen. Ich opferte eine Patrone in der Hoffnung dass die Luft bis zur Wechselzone halten wird. Sie hielt nicht. Mittlerweile ist zu dem kalten Wind auch noch Regen gekommen, ich war über den ersten Anstieg zum yellow lake, die Luft war aus dem Reifen, es regnet stark, ich konnte nicht mehr vernünftig bremsen und lag auch schon auf der Straße. Jetzt war mir klar ich muss den Reifen wechseln und damit begann das Drama am yellow lake. Bei strömenden Regen, ohne Gefühl in den kalten Fingern hab ich elendslang gebraucht bis ich den Reifen von der Felge hatte und mit jeder Minute die ich verlor sank auch die Motivation. Das nächste Problem war die Ventilverlängerung. Ich ging zu einem der zahlreichen Zuschauer und fragte nach einer Zange, der lief zum Auto und brachte tatsächlich eine Zange. Jetzt ging alles rasch, Reifen aufgezogen aufgepumpt und ich konnte wieder weiterfahren obwohl ich gar nicht mehr wollte. Ich hatte jegliches Zeitgefühl und Motivation verloren und fuhr lustlos zur Wechselzone. Aufhören oder nicht aufhören das waren die einzigen Gedanken die mich bis zur Wechselzone begleiteten.
Inzwischen hat sich das Wetter gebessert und ich beschloss den Bewerb doch noch zu beenden, so wurde aus dem anschließenden Marathon ein Long Jogg. Letztendlich war ich froh doch noch gefinisht zu haben. Mit 12 Std. 07 Min Gesamtzeit bin ich zwar nur 90igster von ca. 300 in meiner Altersklasse, aber wenn man es äußerst positiv betrachtet, ist mir bei meinem neunten Ironman meine achtbeste Zeit gelungen.
Na ja nach dem Ironman ist vor dem Ironman, 2011 wartet schon Regensburg auf mich und dann wird alles anders.