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Gämse, Steinböcke und zwei alte Füchse - der Dolomiti Superbike 2006 - Bericht Tommolino

Während sich Italien langsam auf das WM-Finale eingejubelt hat, haben wir uns gemeinsam mit 3.298 anderen Mountainbikern ins Hochpustertal aufgemacht um den 12. Dolomiti Superbike mitzuerleben.


2006 war dieses Erlebnis ein besonders intensives, weil der neue Status des Rennens als Weltcup, eine veränderte Strecke mit sich brachte. Im Vergleich zu den letzten Jahren bedeutet das steilere Anstiege, mehr Singletrails bergab und 120 Kilometer sowie 3.820 Höhenmeter vom Allerfeinsten.


Wir (Nicole und Werner, Petra und ich) sind zwecks Akklimatisation bereits am Freitag vor dem Rennen nach Niederdorf gereist. Die Besonderheit des Rennens ist nämlich die Höhenlage. Der Startort liegt etwas höher als 1.100 Meter, das Rennen führt auf über 2.000 Meter.

Die Zeit bis Sonntag haben wir natürlich professionell und perfekt genutzt und zwar mit einer groß angelegten Hausweinvernichtung, der Erkenntnis, dass die Steinböcke im Pustertal an der Wand wachsen, einer Gamsragoutverkostung und weißen Nudeln zum Frühstück vor dem Rennen.

Am Sonntag kurz nach acht Uhr ging es dann nach den Weltcupdamen und Herren aus dem dritten Hobbystartblock los. Die Startkulisse zwischen Tribünen und den überraschend vielen Zuschauern entlang der ersten Meter hat für die erste angenehme Gänsehaut gesorgt.

Die zweite Gänsehaut haben mir die italienischen Ragazzi beschert, die den ersten Hügel zum gemütlichen Plauscherl, zum Abklatschen mit jedem einzelnen Zuschauer und zum Anflirten jeder Frau genutzt haben. Entsprechend langsam haben wir die ersten 5 Kilometer hinter uns gebracht. Im Nachhinein gesehen, muss ich sagen, dass ich noch keinen langen Marathon so entspannt gestartet bin. Haben sie mir noch was gelernt, die südlichen Nachbarn!

Die ersten 15 Rennkilometer mit fast 1.000 Höhenmeter haben das Feld leider nicht sonderlich aufgeteilt, sondern einfach für eine Vermischung von langsameren Fahrern, die früher gestartet sind und schnelleren Fahrern aus den hinteren Startblöcken gesorgt. Dementsprechend lang war die Schlange, die den ersten Downhill in Angriff genommen hat. Die alte Militärstraße nach Schluderbach war dann auch nicht wirklich zum problemlosen Überholen geeignet, wofür die unzähligen Glücksritter mit platten Hinterreifen entlang des Downhills der sichtbare Beweis waren.

Auf der Schotterstraße durchs Höhlensteintal runter nach Toblach wurden dann im Rudel Geschwindigkeiten um die 50 km/h gefahren. Ab der Streckenteilung (wo sich die kurze Distanz von uns verabschiedet hat) ging es manchmal sogar bergauf und zwar fast unmerklich zur Haunoldhütte, zur unheimlich angenehm zu fahrenden Rotwand, dem fast flachen Kreuzbergpass, den fast nicht spürbaren Schupfen Richtung Negerdorf, der Ministeigung zur Silvesterkapelle und den schnell weggedrückten Hügeln zwischen Kilometer 106 und dem Ziel bei Kilometer 120. Alles in allem eine fast flache Bolzerei für gestandene Tiroler. Für mich allerdings nicht